Urlaub auf Gran Canaria

Gran Canaria ist ein kompletter Kontinent auf kleinster Fläche, denn die Insel bietet kontrastreiche Landschaften, verschiedenste Klimazonen und eine riesige Bandbreite an Kultur. Egal ob man Stadtflair genießen, baden, wandern, Sport treiben oder Kultur erleben möchte – die Insel macht jeden Urlauber glücklich.

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Was Du über Gran Canaria wissen solltest

Gran Canaria ist die drittgrößte der Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean, etwa 200 Kilometer von der afrikanischen Küste gelegen. Die 1560 Quadratkilometer große Fläche des Eilands verläuft in nahezu runder Form und misst an der breitesten Stelle 50 Kilometer. Nach Teneriffa ist Gran Canaria die Kanareninsel mit der zweitgrößten Bevölkerung. Fast 850.000 Einwohner leben hier, mehr als die Hälfte davon in der Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria.  

Die Insel ist vulkanischen Ursprungs und wird wegen ihrer vielfältigen Flora und Fauna sowie wegen der 14 verschiedenen Mikroklimazonen oftmals auch als Minikontinent bezeichnet. Auch ihre Geschichte und Kultur sind reich an verschiedenen Einflüssen. Ihre Bevölkerung entwickelte sich von den Ureinwohnern namens Guanchen über die spanische Eroberung im 15. Jahrhundert bis zu Piratenangriffen und schließlich der heutigen Gesellschaft aus den einheimischen Canarios und zugezogenen Bewohnern aus über 40 verschiedenen Nationen. Entsprechend weltoffen, lebensfroh und tolerant sind die Menschen auf der Insel, was sich unter anderem in der sehr aktiven Szene Homosexueller zeigt. Drag Queens sind im Alltag auf Gran Canaria keine Seltenheit, sondern oftmals sogar bekannte Protagonistinnen großartiger Shows in den Tourismuszentren.

In besagte Tourismusgegenden reisen jährlich etwa 2,8 Millionen Menschen, die meisten davon aus Deutschland, Skandinavien, Großbritannien und der Schweiz. Dabei entsteht ein Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr allein durch den Tourismus.

Anreise

Die Insel Gran Canaria ist sowohl mit dem Flugzeug, als auch mit dem Schiff erreichbar.

Der Flughafen Gran Canaria befindet sich im Osten des Eilands, 18 Kilometer von der Inselhauptstadt Las Palmas und 25 Kilometer von den Touristengebieten um Maspalomas entfernt. Hinsichtlich seiner Passagierzahlen und des Frachtaufkommens belegt der Flughafen den fünften Platz der größten Flughäfen Spaniens. Von den deutschen Großstädten aus fliegen täglich verschiedene Fluggesellschaften Gran Canaria direkt oder mit Zwischenstopps an. Die Preise variieren dabei je nach Jahreszeit und Airline, beginnen jedoch im Schnitt bei 200 Euro für Hin- und Rückflug. Alternativ kann man auch über die Drehkreuze in Madrid und Barcelona oder über eine der anderen Kanarischen Inseln anreisen, die dank der regionalen Airline BinterCanarias gut mit Gran Canaria verbunden sind. Vom Flughafen aus kann man mit den öffentlichen Bussen, einem Taxi, einem Transfer oder aber mit dem Mietwagen zum gewünschten Gebiet auf der Insel gelangen.  

Wer langsames Reisen bevorzugt oder gar mit dem eigenen Wagen in den Urlaub fahren möchte, der kann die Insel auch mit Fähren vom spanischen Festland aus erreichen.Diese starten von der Küstenstadt Cadiz und benötigen für die Überfahrt je nach Route zwischen 28 und 42 Stunden. Dabei kann man entweder individuelle Kabinen, geteilte Kabinen oder Schlafsessel buchen, wobei letztere die preiswerteste Variante sind.



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Mobilität auf der Insel

Gran Canaria ist recht weitläufig und verfügt über viele sehenswerte Landschaften und Orte außerhalb der stark frequentierten Touristenzentren. Viele Besucher der Insel mieten sich deshalb einen Wagen, um dank des gut ausgebauten Straßennetzes das Eiland flexibel und einfach erkunden zu können. Das Fahren ist auf den beiden großen Autobahnen und in den größeren Orten in der Regel recht entspannt. Etwas aufmerksamer sollte man allerdings bei den vielen, mitunter recht steilen Kurven in den Bergen fahren. Hier lohnt es sich, für Strecken genügend Zeit einzuplanen. Außerdem sollte man sich zur Vermeidung etwaiger Bußgelder an die hiesigen Verkehrsregeln halten. Sofern nicht anders ausgeschildert, gilt auf den Autobahnen ein Tempolimit von 110 Kilometern pro Stunde, außerorts von 80 Stundenkilometern und innerorts sind es 60 Kilometer pro Stunde. Das Parken an gelben Bordsteinkanten oder vor Mülltonnen sollte man dringend vermeiden.

Lokale wie internationale Anbieter für Mietwagen findet man direkt am Flughafen und Hafen oder in den Ortschaften. Mit etwas Glück stößt man auf Angebote ab 7€ pro Tag, jedoch hängt der letztendliche Preis immer von Mietdauer, Saison und dem gewünschten Wagentyp ab. Off-Road Fahrzeuge sind nicht zwingend notwendig, da die Straßen in weiten Teilen der Insel gut ausgebaut sind. Wenn man allerdings eine Rundreise über die Insel oder gezielte Fahrten in die etwas höheren Regionen machen will, so sollte man nicht unbedingt die kleinste verfügbare Wagenklasse nehmen und stattdessen für die Steigungen lieber die etwas teurere, aber dafür potentere Variante wählen.  

Städte und Tourismuszentren

Die Inselhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria ist die bevölkerungsreichste Stadt der gesamten Kanarischen Inseln und liegt innerhalb Spaniens mit über 380.000 Einwohnern auf Platz 9. Die Canarios schätzen sie, weil sie ein ideales Ausflugsziel für die Sehnsucht nach Großstadt-Flair ist. Dennoch hat Las Palmas nichts mit kalten und anonymen Metropolen gemein. Das Ambiente rund um die historische Altstadt und die modernen Viertel ist familiär und einladend. Zudem gibt es viel zu entdecken, von den Prachtbauten im Zentrum, über moderne Einkaufszentren bis hin zum kilometerlangen Stadtstrand Las Canteras und die Küstenstraße, die so manch einen an Miami erinnert.

Die am stärksten vom Tourismus geprägte Region ist jedoch der Süden Gran Canarias. Hier reihen sich die großen Touristenorte Maspalomas mit der Playa del Inglés, Arguineguin, Puerto Rico und Puerto de Mogán aneinander. Sie alle vereinen die wichtigen Eigenschaften eines beliebten Ferienorts: wunderschöne Strände, zahlreiche Hotel- und Apartmentanlagen, Einkaufszentren und ein buntes Nachtleben.   

Der wohl bedeutendste Ort im Norden der Insel ist Agaete. Das eigentlich sehr beschauliche Fischerdorf an den Klippen der rauen Nordküste wird mehrmals täglich aus seinem Dornröschenschlaf gerissen, wenn hunderte Reisende in den Hafen einfallen, von dem aus die Fähren zu den anderen Kanarischen Inseln starten und ankommen. In den Gassen der weiß getünchten Häuser mit blauen Fenstern und Türen kann man tolle Restaurants entdecken, in denen frischer Fisch angeboten wird. Direkt an der Hafenmauer befinden sich für das Warten auf die Fähre Badeplattformen, von denen man ins kristallklare Wasser springen kann.

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Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele

Einer der geschichtsträchtigsten Orte der Insel ist das Viertel Vegueta in der Hauptstadt Las Palmas, welches auf eine Historie von über 5000 Jahre zurückblickt. Ein besonderes Gebäude unter all den historischen Bauwerken ist die “Casa de Colón”, das Kolumbushaus, mit Bauelementen aus dem 17. Jahrhundert. Nachweislich besuchte der berühmte Christopher Kolumbus dieses Haus im Jahr 1492, vor seiner Weiterfahrt zur Entdeckung des amerikanischen Kontinents. Heute beherbergt es ein Museum, das sich seiner Person und der Bedeutung der Kanaren für die damaligen Seefahrten widmet.

Ein Besuch von Puerto Mogán ist ein Muss für jeden Gran Canaria Urlauber, denn der beschauliche Ort an der Westküste wird zu den schönsten der Insel gezählt. Rund um den kleinen Hafen mit Yachten und Sportbooten kann man durch die engen Gassen um die weiß getünchten Hafenhäuser spazieren. Diese schaffen mit ihren bunten Fenstern und Türen, der Blütenpracht an den Torbögen und verträumten kleinen Cafés und Boutiquen ein ganz besonderes Flair. Im angrenzenden Ort findet man ebenfalls zahlreiche Restaurants und Geschäfte sowie einen kleinen Strand, der allerdings häufig recht überfüllt ist.

Wer natürliche Sehenswürdigkeiten bevorzugt, der muss hoch hinauf zum Bandama-Kessel (Caldera de Bandama). Dabei handelt es sich um einen geschützten Naturpark rund um den 1000 Meter breiten Krater eines erodierten Vulkans. Man kann in sein Inneres zu einem verlassenen Gehöft wandern und unterwegs Zeichnungen der Ureinwohner der Insel entdecken oder aber zum nahegelegenen Aussichtspunkt fahren und die spektakuläre Aussicht über den perfekt erhaltenen Krater und die weite Inselküste genießen. Wer sich vor der Weiterfahrt mit dem Auto noch etwas bewegen möchte, der kann auf dem direkt neben der Caldera angelegten Golfplatz ein paar Bälle schlagen.  

Ein Besuch der Höhlen Cenobio de Valerón ist wie eine Reise durch die Zeit. Das Höhlensystem der Ureinwohner im Norden der Insel ist einer der wichtigsten archäologischen Schätze der Kanarischen Inseln. Es besteht aus über 300 Höhlen, die mühevoll in den weichen Stein des Berges gekratzt wurden und laut bisherigen Erkenntnissen hauptsächlich als Getreidespeicher verwendet wurden. Man kann das Höhlensystem entweder individuell oder aber in einer geführten Gruppe besichtigen. Ebenfalls im Norden befindet sich auch der archäologische Park Cueva Pintada, bei dem man dem Namen gerecht eine von den Ureinwohnern bemalte Höhle inmitten einer antiken, ausgegrabenen Siedlung besuchen kann. Hier kann man an Multimediastationen mehr über das Leben der Ureinwohner erfahren oder im dazugehörigen Museumsladen traditionelle kanarische Mitbringsel erwerben.

Sonne, Strand und Badeurlaub

Gran Canaria hat eine Küstenlänge von insgesamt 236 Kilometern mit über 50 Stränden, die unterschiedlicher nicht sein können. Von schwarzem Vulkansand über feinsten, weißen Sand bis hin zu rauen Buchten und Naturpools. Ob man auf der Suche nach einem entspannten Strandtag auf der Sonnenliege oder einem exotischen Bad in einem Meeresbecken ist, auf Gran Canaria wird man fündig.

Zu den bekanntesten und beliebtesten gehören die Strände rund um die Dünen von Maspalomas und Playa del Inglés. Die beiden Urlaubsgebiete gehen direkt ineinander über und bieten ihren Besuchern alles für einen perfekten Strandtag wie zum Beispiel Sanitäreinrichtungen, zahlreiche Restaurants und Bars, Anbieter für Wassersport und Exkursionen sowie Geschäfte und Supermärkte. Direkt dahinter zieht sich der weite Playa del Inglés am Meer entlang und ist täglicher Pilgerort für hunderte Sonnenanbeter. Das ausgefallenere Badeerlebnis bieten allerdings die sich auf 25 Quadratkilometer erstreckenden Sanddünen von Maspalomas. Hier kann man ein Naturschutzgebiet rund um eine Meerwasserlagune mit zahlreichen Zugvögeln bewundern, sich bei einem Badetag zwischen den Dünen vorm Wind schützen, an bestimmten Abschnitten beim FKK-Baden der Natur freien Lauf lassen oder bis zum Leuchtturm am Ende des Strandes spazieren.   

Ein weiterer sehr populärer Strandabschnitt ist der Playa de los Amadores, also der Strand der Liebenden, zwischen Puerto Rico und Puerto Mogán. Hierbei handelt es sich um eine 800 Meter lange geschützte Bucht, umgeben von Bergen, an denen sich luxuriöse Hotels entlang hangeln. Das Wasser ist an diesem Strand sehr klar und ruhig, die Aussicht und Kulisse spektakulär und viele sanitäre und gastronomische Einrichtungen sorgen für das leibliche Wohl. Vor allem Familien und Ruhesuchende ziehen sich hierher zurück.

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Hotels und Ferienwohnungen

Die Insel hat sich hinsichtlich ihrer Infrastruktur und Übernachtungsmöglichkeiten den konstant steigenden Touristenzahlen der letzten Jahre angepasst. In den Hotels verschiedener Preis- und Qualitätsklassen stehen über 64.000 Betten zur Verfügung. Alternative Unterkünfte wie Ferienwohnungen, Apart-Hotels, die traditionellen Casas Rurales und Hostels stellen insgesamt über 69.000 Betten, wobei man von Seiten der Inselregierung zudem mit einer großen Dunkelziffer nicht registrierter Betten rechnet.

Die meisten der Hotels befinden sich in den Touristenzentren im Süden der Insel sowie rund um die Hauptstadt Las Palmas. In den ländlicheren und höheren Gebieten kann man eher wunderschöne Ferienwohnungen und Ferienhäuser im kanarischen Stil mieten.

Bei den Hotels beträgt der Durchschnittspreis 100€ pro Nacht, jedoch variiert dies noch einmal stark in Abhängigkeit von der Reisesaison, Sternekategorie und Lage auf der Insel. Allgemein haben sich in den letzten Jahren Pauschalangebote als wesentlich günstiger als direkte Unterkunftsbuchungen in den Hotels erwiesen. Individualurlauber greifen deshalb auch gern auf die alternativen Angebote zurück, denn einfache Ferienapartments kann man bereits ab 40€ pro Nacht buchen.    

Die beste Reisezeit

Die Kanarischen Inseln werden gern als “Inseln des ewigen Frühlings” bezeichnet, was entsprechend auch für Gran Canaria gilt. Es herrscht quasi das gesamte Jahr über beste Reisezeit mit angenehmen Wetter, bei Tagestemperaturen zwischen durchschnittlich 18°C und 26°C im Winter wie im Sommer und etwa 300 Sonnentagen im Jahr. Durch die Inselberge im Zentrum ist Gran Canaria praktisch zweigeteilt, der Norden ist feuchter und grüner, während der Süden sonniger und trockener ist.  

Im Sommer herrschen auf Gran Canaria trotz der Nähe zum Äquator durchschnittlich angenehme 30ºC, da die vom Norden heran ziehenden Passatwinde Abkühlung bringen. Eine Ausnahme bilden lediglich die Tage, an denen sandhaltige Winde aus der afrikanischen Sahara die Insel erreichen und die Temperaturen teils auf über 40ºC ansteigen lassen. Dieses Wetterphänomen wird Calima genannt. Die Wassertemperaturen klettern im Juli, August und September auf bis zu 25ºC. Das und bis zu 11 Sonnenstunden am Tag sind die ideale Voraussetzung für jeden Badeurlaub.

Im Winter können die Temperaturen auf durchschnittlich 19ºC fallen, wobei es tagsüber selten weniger als 16ºC werden. Die Niederschläge nehmen vor allem in den nördlicheren und höheren Inselgebieten zu, sodass es in kälteren Nächten sogar in den Bergen zu Schneefällen kommen kann. Dennoch empfindet man das Wetter gerade an sonnigen Tagen als wesentlich wärmer als die Durchschnittstemperaturen angeben und auch das Meer wird in der Regel nicht viel kälter als 20ºC. Dementsprechend ist Gran Canaria im Winter vor allem bei Nord- und Mitteleuropäern beliebt, die dem kalten und nassen Wetter in ihren Ländern entfliehen und ein paar schöne Tage in exotischer Wärme verbringen möchten.

Aktiv- und Individualurlauber bevorzugen oftmals den Frühling und Herbst auf Gran Canaria. Das Wetter ist zu diesen Jahreszeiten nicht zu warm und nicht zu kalt, also ideal für Sport und Ausflüge.     



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