Urlaub auf Lanzarote

Lanzarote ist eine Insel der Extreme. Wo sonst kann man Würste essen, die mit der Erdhitze aus einem Vulkanschlund gegrillt wurden; durch raue Landschaften fahren, die schon Filmen wie “Planet der Affen” als Kulisse dienten und einen der längsten Lavatunnel der Welt besichtigen? Ein Urlaub auf dieser Insel ist alles andere als langweilig – er wird zu einem Abenteuer voller Entdeckungen.  

Was Du über Lanzarote wissen solltest

Lanzarote ist die nordöstlichste der sieben großen Kanarischen Inseln und stellt unter ihnen die viertgrößte dar. Sie misst etwa 800 Quadratkilometer und ist nach Teneriffa und Gran Canaria die Heimat der drittgrößten Bevölkerung des Archipels mit etwas mehr als 140.000 Einwohnern. Die Insel hat vom Norden bis zum Süden eine Länge von 58 Kilometern und an der ausgedehntesten Stelle eine Breite von 34 Kilometern.

Durch Ihre Lage 140 Kilometer westlich der marokkanischen Küste ist Lanzarote geographisch dem Afrikanischen Kontinent zuzuordnen. Politisch gehört sie jedoch zum 1000 Kilometer entfernten Spanien und damit zur Europäischen Union. Die offizielle Amtssprache ist demnach Spanisch, jedoch sind die Bewohner der Kanarischen Inseln für ihren etwas spezielleren Dialekt der spanischen Sprache bekannt und Lanzarote bildet hierbei keine Ausnahme. In den touristischen Regionen sprechen die Einheimischen aber oftmals auch Deutsch, Englisch, Französisch und andere Fremdsprachen.

Da Lanzarote auf seiner gesamten Fläche über 100 Vulkane beherbergt, wird sie auch oft die “Insel der Vulkane” genannt. Die Insel entstand neben Fuerteventura vor mehr als 11 Millionen Jahren durch vulkanischen Ursprung und war damit eine der ersten der Kanarischen Inseln. Die Naturgewalten, die dabei zum Tragen kamen, lassen sich bis heute hautnah auf der Insel nachvollziehen. Ein großer Ausbruch in der modernen Zeit ereignete sich in den Jahren 1730 bis 1736. Allein in dieser Zeitspanne entstanden 32 neue Vulkane und fast die Hälfte der Insel wurde von Lava bedeckt, die zahlreiche Dörfer und Weideland unter sich begrub. Der letzte Ausbruch fand im Jahr 1824 statt, lief jedoch mit dem vorhergehenden vergleichsweise glimpflich ab. Auch wenn Lanzarote für das Reisen absolut sicher ist, gilt sie dennoch als hoch aktiv. Das lässt sich vor allem im Timanfaya Nationalpark im Zentrum der Insel bewundern, wo durch Erdspalten Gase aufsteigen und man bereits direkt unter der Erdoberfläche Temperaturen von 150ºC messen kann. Neben dem Timanfaya Nationalpark gibt es noch zwölf weitere Naturschutzgebiete, die insgesamt fast 41% der Insel als geschützte Fläche ausweisen. Zudem wurde Lanzarote im Jahre 1993 als erste Kanarische Insel vollständig zum Biosphärenreservat erklärt.

Lanzarote ist seit etwa 2000 Jahren bewohnt und wurde im Laufe der Geschichte stark durch Piratenangriffe und die spanische Eroberung geprägt. Die Einwohner der Insel nennt man “Conejeros”, angelehnt an das spanische Wort für Kaninchen, da die kleinen Langohren auf Lanzarote vermehrt vorkommen und ihre Felle im 19. Jahrhundert ein wichtiges Exportgut der Insel waren. Heute ist Lanzarote Teil der spanischen Provinz Las Palmas und gliedert sich in sieben Gemeindegebiete, sogenannte “Municipios”, namens Teguise, Haría, Tías, Tinajo, Yaiza und Arrecife.

Urlaub auf Lanzarote

Anreise

Die Hauptverkehrsanbindung von Lanzarote ist der Inselflughafen nahe der Hauptstadt Arrecife. Dieser ist mit seinen zwei Terminals der drittgrößte Flughafen der Kanarischen Inseln und empfängt jährlich etwa 5,5 Millionen Passagiere, die hauptsächlich aus Europa stammen. Von Deutschland aus bieten zahlreiche Fluggesellschaften ganzjährig Flüge nach Lanzarote. Jedoch finden diese häufig mit einem Zwischenstopp in Madrid , Fuerteventura oder Gran Canaria statt, wodurch die Flugdauer variieren kann.

Von den anderen großen Inseln aus erreicht man Lanzarote entweder mit der Insel-Airline “Binter Canarias” oder mit den Fährgesellschaften “Fred Olsen” und “Naviera Armas”. Letztere laufen nach Überfahrtzeiten von 0,5 – 2,5 Stunden – je nach Abfahrtsort – im Hafen von Playa Blanca im Südwesten Lanzarotes oder im Seehafen der Hauptstadt Arrecife ein.

Zudem existiert eine weitere Fährverbindung zur Nachbarinsel La Graciosa, der kleinsten bewohnten Kanarischen Insel. Sie erreicht man in etwa 25 Minuten mit Hilfe von privaten Fährunternehmen wie “Lineas Romero” ab dem nordwestlich gelegenen Ort Órzola.   



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Mobilität auf der Insel

Lanzarote verfügt über ein gut ausgebautes und gepflegtes Straßennetz, das sich über die gesamte Insel erstreckt. Entsprechend bietet sich für das Erkunden der Insel und ihrer weitläufig verteilten Sehenswürdigkeiten ein Mietauto an. Selbiges kann man direkt am Flughafen, in den Fährhäfen und in größeren Orten bei internationalen und lokalen Anbietern anmieten. Aufgrund der oftmals hohen Nachfrage und extremer Preisschwankungen vor Ort ist es allerdings empfehlenswert, den Wagen bereits vor der Ankunft zu reservieren. Dabei sollte man auf eine umfassende Versicherung sowie die Tankregelung der Mietwagengesellschaft achten, um eventuelle Zusatzzahlungen bei der Abholung zu vermeiden.    

Für das Zurücklegen der Strecke zwischen dem Flughafen und der Inselhauptstadt Arrecife kann man die Autobahn nutzen, die das nordöstliche Ende der Insel mit dem südwestlichen Teil verbindet. Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt, sofern nicht anders angegeben, auf der Autobahn bei 110 km/h, auf Nationalstraßen bei 90 km/h und in Ortschaften bei 60 km/h. Es herrscht Rechtsverkehr, jedoch existieren auf der Autobahn von Lanzarote vereinzelt Abfahrten auf der linken Seite, was ohne Vorwarnung im ersten Moment etwas irritieren kann.   

Auf das Fahren ohne Sicherheitsgurt, unter Alkoholeinfluß und mit dem Handy am Ohr werden auf Lanzarote Bußgelder erhoben. Die Polizei stellt dafür direkt vor Ort Strafzettel aus, die auch für Urlauber gelten. Ebenso ist es für das Vermeiden von weiteren Strafzetteln für falsches Parken ratsam, den Mietwagen nur auf größeren und klar erkennbaren Parkplätzen abzustellen. Diese gibt es in Arrecife, in Puerto del Carmen, in Playa Blanca und an der Costa Teguise reichlich. Sollte einmal kein solcher Parkplatz in Sicht sein, so gilt die Faustregel: auf Plätzen mit weißen Linien darf man stehen, auf Plätzen mit blauen Linien ist ein Ticket vom Parkscheinautomat erforderlich und gelbe Linien bedeuten absolutes Halteverbot.  

Neben der Option eines Mietwagens kann man sich auf Lanzarote auch bequem mit den öffentlichen Bussen fortbewegen. Diese verkehren regelmäßig zwischen den größeren Orten und sind, genauso wie die Taxis auf Lanzarote, verhältnismäßig günstig.

Städte und Tourismuszentren

Die Hauptstadt Arrecife ist der Wohnort von fast der Hälfte der Inselbewohner und erhält dadurch trotz moderner Geschäfte und Einrichtungen ihren ursprünglichen Charakter. In den kleinen verträumten Gassen findet man pittoreske Geschäfte, Cafés und Bars, in denen das kanarische Leben pulsiert. Massentourismus sucht man hier vergebens, stattdessen trifft man auf viele historische und kulturelle Einflüsse. Zum Beispiel liegt direkt vor der Stadt auf einer vorgelagerten Insel das Castillo de San Gabriel, das Arrecife vor Piratenangriffen schützen sollte.

Die touristisch erschlossenen und bei vielen Reisenden beliebten Orte liegen hauptsächlich in den Inselgemeinden Yaiza im Südwesten der Insel, Tías im Süden und Teguise im Nordosten der Insel.

Playa Blanca in Yaiza entwickelte sich zum Beispiel über die Jahre vom kleinen Fischerdörfchen zu einem wahren Touristenzentrum. Dies ist wohl auch der spektakulären Aussicht auf den Atlantik und die Nachbarinsel Fuerteventura geschuldet, die man von der langen Uferpromenade genießen kann. Sie ist mit ihren Restaurants, Bars und Geschäften auch das Herz von Playa Blanca. Rund herum findet man zahlreiche Hotels in kanarischer Bauweise, liebevoll hergerichtete Ferienwohnungen und den Yachthafen Marina Rubicón, von dem die Fähren zu den Nachbarinseln auslaufen. Die traumhaften Sandstrände Playa Flamingo, Playa Dorada und der belebte Dorfstrand befinden sich in laufbarer Nähe. Lärm, wilden Verkehr und Hektik sucht man hier vergebens, was Playa Blanca zur perfekten Kulisse für einen entspannten Familienurlaub macht.  

Puerto del Carmen in Tías ist ebenfalls ein ehemaliges Fischerdorf und entwickelte sich bis heute zum größten und wichtigsten Touristenort auf Lanzarote. Rund um den alten Ortskern entstanden hier zahlreiche Hotel- und Apartmentanlagen, die Platz für etwa 30.000 Gäste bieten. Die rund 6 Kilometer langen Strände werden durch die Hauptstraße des Ortes, der Avenida de las Playas, verbunden. Hier findet man alles, was das Urlauberherz begehrt: Geschäfte, Einkaufszentren, Supermärkte, Cafés, Restaurants, Bars, Diskotheken und Spielhallen. Wer es etwas aktiver mag, kann sich an zahlreichen Wassersportarten und Freizeitangeboten in der umliegenden Umgebung versuchen.

Die Costa Teguise in Teguise liegt ungefähr 10 Kilometer nördlich der Inselhauptstadt Arrecife und bildet das dritte touristische Gebiet Lanzarotes. Der Bau des Ortes wurde in den 70er Jahren mit dem Ziel begonnen, ein Paradies für Urlauber zu schaffen. Aus demselben Grund findet man dort mit etwas mehr als 7500 verhältnismäßig wenige Einwohner, dafür aber umso mehr Hotel- und Apartmentunterkünfte für Touristen. Die Hauptattraktion der Costa Teguise sind die schönen Sandstrände, wobei die Playa de las Cucarachas vor allem bei Wassersportlern sehr beliebt ist.

Reisen nach Lanzarote

Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele

Timanfaya Nationalpark

Die wohl bekannteste und gleichzeitig auch spektakulärste Sehenswürdigkeit auf Lanzarote ist der Timanfaya Nationalpark im Südöstlichen Zentrum der Insel. Hier ist es möglich, eines der Naturgebiete zu durchfahren, das von den Vulkanausbrüchen und vulkanischen Aktivitäten am stärksten geprägt wurde. Aus diesem Grund nennt man ihn auch “Montañas de Fuego”, was Feuerberge bedeutet.

Man kann den Nationalpark gut im Mietwagen erreichen, jedoch halten die öffentlichen Busse dort nicht direkt, sodass man mit ihnen so nah wie möglich heranfahren (Yaiza ist ein guter Ausgangspunkt) und dann ein Taxi nehmen sollte. Der Eintritt in den Park ist kostenpflichtig. Zum Schutz der sensiblen Flora und Fauna darf man ihn nicht direkt betreten, sondern steigt ab dem öffentlichen Parkplatz in einen parkeigenen Bus. Dieser führt auf einer 1,5 stündigen Rundfahrt durch das zerklüftete Gebiet erkalteter Lava, wobei man Interessantes zu den letzten Vulkanausbrüchen erfährt. Es ist ratsam, diese Tour am frühen Morgen oder späten Nachmittag zu machen, da es ab den Mittagsstunden in den Bussen recht heiß werden kann. Zurück am Parkplatz kann man Vorführungen beobachten, bei denen kaltes Wasser in Löcher im Boden gegossen wird und Sekunden darauf in einer meterhohen Dampffontäne nach oben schießt. Kein Wunder, denn die Temperaturen betragen dort in 6m Tiefe bis zu 400ºC. Ein paar Meter weiter findet man das Restaurant El Diablo, wo mit Erdhitze gegrillt wird.

Cueva de los Verdes

Die Cueva de los Verdes ist die wohl imposanteste Sehenswürdigkeit Lanzarotes. Der erkaltete Lavatunnel gehört mit seinen über 7 Kilometern zu den längsten der Welt und entführt Besucher sprichwörtlich ins Innere der Erde. Bei der etwa 1 Kilometer langen Führung bewegt man sich über 2 Ebenen ca. 50 Höhenmeter hinab und kann dabei skurrile Felsformationen sowie einen unterirdischen See und einen Konzertsaal entdecken. Jedoch sind die Wege mitunter etwas holprig und eng, sodass man bei Platzangst oder Schwierigkeiten beim Gehen eher von einem Besuch absehen sollte.  

El Golfo

Der grüne Kratersee El Golfo ist eines der beliebtesten Motive von Lanzarote. Er befindet sich im westlichen Teil der Insel, direkt neben dem kleinen Ort mit dem gleichen Namen. Von dort aus läuft man wenige Meter eine Anhöhe hinauf, bis man zu dem Aussichtspunkt über dem Vulkankrater kommt. Dieser liegt auf Meereshöhe und ist nur noch zur Hälfte zu sehen. Die grüne Lagune in seinem Inneren erhält ihre charakteristische Farbe durch die darin lebenden Algen.

Sonne, Strand und Badeurlaub

Lanzarote hat eine Küste von insgesamt 213 Kilometern, von denen nur 16,5 Kilometer Kies- und Sandstrand sind, während der Rest von schroffer Felsküste geprägt ist. Dennoch kommen Strandliebhaber bei einem Urlaub auf Lanzarote auf ihre Kosten. Egal ob paradiesische Strände mit weißem Sand, schwarzen Sand, feinen Kieseln oder gar natürliche Pools an den Küsten – der Sprung in das glasklare und ruhige Meereswasser wird hier zum Vergnügen. Gerade in den touristischen Gebieten kann man aus vielen verschiedenen Stränden wählen, die allesamt sehr gepflegt, gut angeschlossen und mit sanitären Einrichtungen ausgestattet sind. Häufig sind auch Rettungsschwimmer vor Ort, um das Wohl der Badegäste zu sichern. Zu ihnen gehört zum Beispiel der Playa Flamingo bei Playa Blanca, der Playa de Cucarachas in Costa Teguise und Los Pocillos in Puerto del Carmen. Wer es lieber etwas ursprünglicher mag, kann den Tag an einem der vielen Naturstrände oder Naturpools auf Lanzarote verbringen. Die bekanntesten sind der Playa Papagayo bei Playa Blanca und Playa Caletón Blanco im Norden von Lanzarote.

Urlaub Lanzarote


Hotels und Ferienwohnungen

Jährlich besuchen mehr als 2,5 Millionen Urlauber die Kanarische Insel und die Tendenz ist steigend. Dabei bietet Lanzarote ihren Besuchern eine breite Vielfalt an Unterkünften. Von exklusiven Hotels aller Sterneklassen über kleine Pensionen und Ferienwohnungen bis hin zu den original kanarischen Casas Rurales.

Bei allen Unterkünften gibt es, wie andernorts auch, mitunter starke Preisschwankungen abhängig vom gewünschten Reisezeitraum und dem Buchungszeitpunkt. Generell ist es ratsam, Individualreisen eher weit im Voraus zu planen und bei Pauschalreisen von sehr kurzfristigen Last Minute zu profitieren. Übernachtungspreise liegen bei den Hotels bei durchschnittlich 120€ pro Nacht für zwei Personen, Ferienwohnungen und Apartments kosten durchschnittlich 80€ pro Nacht für zwei Personen.

Allgemein entsprechen Unterkünfte der höheren Preisklassen europäischen Standards, bei mittelpreisigen Einrichtungen kann die Qualität allerdings etwas variieren.

Die beste Reisezeit

Obwohl Lanzarote durch ihre Lage in der Passatzone fast ganzjährig frische Winde aus dem Nordosten erreichen, bietet die Insel ihren Besuchern das gesamte Jahr über warme Temperaturen. Die Insel hat neben Fuerteventura das trockenste Klima und ist sehr niederschlagsarm durch fehlende Gebirge. Die regenreichsten Monate sind der Januar, der Februar und der März, jedoch sollte das kein Grund für eine Entscheidung gegen einen Winterurlaub auf Lanzarote sein. Wenn es einmal regnet, dann meist nur sehr kurz und in den höher gelegenen Gebieten. Der Jahresdurchschnitt der Temperaturen liegt bei ca. 20ºC, wobei es allerdings gerade in den Sommermonaten auch deutlich heißer als 30ºC werden kann. Die Wassertemperaturen liegen im Schnitt zwischen 17ºC im Winter und 22ºC im Sommer. Ein Badeurlaub auf Lanzarote ist also zu jeder Jahreszeit möglich, wenn auch viele Urlauber die Wintermonate für einen Besuch Lanzarotes bevorzugen, um so den kalten Temperaturen zu entfliehen.



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