Urlaub auf Mallorca

Mallorca wird oftmals als 17. Bundesland Deutschlands bezeichnet und die Insel ist wegen ihren, den Alkohol zugeneigten, Partyurlaubern am Ballermann berüchtigt. Doch der erste Eindruck täuscht, denn Mallorca ist wesentlich mehr als nur Destination zum Feiern. Das Eiland bietet beste Voraussetzungen für einen perfekten Strand- und Erlebnisurlaub.

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Was Du über Mallorca wissen solltest

Mallorca ist die größte Insel der Balearen und liegt etwa 170 Kilometer von der spanischen Küste entfernt im westlichen Mittelmeer. Die rund 3600 Quadratkilometer große Fläche der Insel misst an ihrer längsten Nord-Süd-Ausdehnung 78 Kilometer und an der breitesten Stelle von West nach Ost 98 Kilometer. Zudem ist sie die größte zu Spanien gehörende Insel und die siebtgrößte Mittelmeerinsel.

Die Inselhauptstadt Palma, welche gleichzeitig auch Hauptstadt des gesamten Archipels ist, beherbergt knapp die Hälfte der über 870.000 Inselbewohner. Davon sind über 20% zugewanderte Ausländer wie zum Beispiel über 31.000 Deutsche, die auf der Insel leben. Amtssprachen auf Mallorca sind Kastilisch (allgemein als spanische Sprache bekannt) und Katalanisch, wobei man jedoch auch auf den lokalen Dialekt Mallorquinisch treffen kann.

Weltweit erlangte die Insel vor allem für ihre Partyviertel rund um den Ballermann und Magaluf Berühmtheit. Ein zweifelhafter Ruhm, da der eigentliche Reichtum der Insel – die Schönheit ihrer Natur – stets außen vor blieb. Deswegen ist die Inselregierung in den letzten Jahren sehr bestrebt, einen alternatives und nachhaltigeres Tourismuskonzept umzusetzen und so auch zunehmend Urlauber auf die Insel zu locken, die nicht nur an Alkohol aus Eimern interessiert sind. Der Tourismus liefert mit 75% der Einnahmen der Hauptanteil des Inseleinkommens. Übers Jahr verteilt besuchen etwa 10 Millionen Urlauber die Insel, mehr als 2 Millionen davon sind Deutsche.



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Anreise

Mallorca steht unter den deutschen Insel-Reisezielen unangefochten auf Platz eins. Man findet an fast allen deutschen Groß- und Kleinflughäfen Direktverbindungen zur Baleareninsel, teilweise sogar im Stundentakt. Die Palette reicht dabei von normalen Linienfliegern bishin zu Billigfluggesellschaften. Mit letzteren kann man sogar bereits ab 19,99€ nach Mallorca reisen. Die hohe Nachfrage zeigt sich auch am hiesigen Flughafen.  

Der Flughafen Palma de Mallorca liegt 8 Kilometer von der Hauptstadt entfernt und übernahm im Jahr 1960 den Betrieb vom damaligen Flughafen Son Bonet, welcher heute noch als Flugplatz dient. Er ist der drittgrößte Flughafen Spaniens und fertigt zeitweise bis zu 18.000 Passagiere pro Stunde ab, bei einer Gesamtkapazität von über 30 Millionen Fluggästen pro Jahr. Insgesamt erreichen 98% aller Mallorca-Urlauber die Insel mit dem Flugzeug. Nach der Ankunft gelangt man entweder mit einem Mietwagen, einem Taxi oder einem Privattransfer nach Palma.  

Obwohl der Luftweg häufig die billigere und schnellere Variante ist, gewann das Übersetzen vom spanischen Festland zur Baleareninsel mit der Fähre in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Entsprechend laufen mehrmals täglich von größeren spanischen Hafenstädten wie Barcelona und Valencia Fährverbindungen aus und benötigen etwa 8 Stunden für die Überfahrt nach Palma de Mallorca. In den Sommermonaten existiert zudem eine Schnellfähre, die die Strecke in der Hälfte der Zeit bewältigt. Das eigene Auto kann dabei mitgenommen werden, was vor allem von Langzeiturlaubern und Individualtouristen gern in Anspruch genommen wird.

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Mobilität auf der Insel

Das Straßennetz der Insel wurde in den letzten Jahren für Millionenbeträge aufwendig ausgebaut, um Einheimischen wie Touristen ein angenehmes Erfahren der Insel zu ermöglichen. Dementsprechend kommt es nicht von ungefähr, dass in der Hochsaison bis zu 35.000 Mietwagen im Umlauf sind und viele Inselbesucher ein Auto als Verkehrsmittel wählen, um die weitläufige Insel Mallorca zu entdecken. Bereits am Flughafen bzw. Hafen von Palma sowie in den Touristenorten können Mietautos von internationalen und lokalen Anbietern geliehen werden. Ratsam ist jedoch, schon vor der Anreise für einen fahrbaren Untersatz ab dem Hafen bzw. Flughafen zu sorgen und sich so überteuerte Preise und lange Wartezeiten zu ersparen. Zudem sollte man sich strikt an die hiesigen Verkehrsbestimmungen halten, denn Bußgelder für Verstöße sind in Spanien teuer. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt auf Autobahnen 120 Kilometer pro Stunde, auf Landstraßen 90 Stundenkilometer und innerorts 50 Kilometer pro Stunde. Ein Nachteil ist allerdings, dass vor allem die Städte und Orte der Insel hinsichtlich der Verfügbarkeit von Parkplätzen und dem Komfort für Autofahrer nicht auf so viel Verkehrsaufkommen eingestellt sind. In Palma de Mallorca ist es praktisch unmöglich, einen unbezahlten Parkplatz zu finden und selbst die gebührenpflichtigen Parkhäuser sind oftmals überfüllt.    

Wer sich deshalb lieber fahren lässt, der kann das gut ausgebaute System des öffentlichen Nahverkehrs nutzen. Innerhalb des Zentrums von Palma de Mallorca verbinden zwei U-Bahn-Linien verschiedene Enden der Stadt miteinander. Noch flächendeckender sind die öffentlichen Busse, die entweder als Stadtbusse oder Überlandbusse alle Teile der Insel erfahren. Fahrtzeiten sind in der Regel von 06:00 Uhr bis 23:00 Uhr, wobei aber an den Wochenenden und nachts spezielle Linien verkehren. Für beide Verkehrsmittel gibt es sowohl Einzelfahrscheine als auch Mehrfahrtenscheine.

Eine weitere Option für die Fortbewegung, die vor allem von Nachtschwärmern häufig genutzt wird, sind die örtlichen Taxis. Die Fahrer benutzen für die Abrechnung das Taxameter und kalkulieren für verschiedene Strecken, Tageszeiten und Gepäck bestimmte Grundtarife.     

Städte und Tourismuszentren

Die Großstadt Palma, früher auch Palma de Mallorca genannt, liegt im Wesen der Insel an der Bucht von Palma und erstreckt sich auf über 30 Kilometer Länge. Sie ist der bevölkerungsreichste Ort der Insel, Wirtschaftszentrum und vor allem ein Touristenmagnet. Wahrzeichen der Stadt sind die gotische Kathedrale und der historische Stadtkern, beide sind beliebte Ausflugsziele für kulturinteressierte Urlauber. Die Einkaufsstraßen in der Altstadt laden Shopping-Begeisterte zum Flanieren ein, während urige Restaurants ihre Gäste mit frischem Fisch und Meeresfrüchten verwöhnen.

Hinsichtlich der Ferienorte gibt es auf Mallorca eine große Auswahl für jeden Geschmack. Am populärsten ist sicherlich das Gebiet um Arenal, am Ende des 6 Kilometer langen Strandes, der von der Hauptstadt Palma aus die Gebiete C’an Pastilla, Playa de Palma und Arenal verbindet. Hier ist die Heimat des in Deutschland bekannten “Ballermann-Phänomens”, welches hauptsächlich durch die Strandbars und Diskotheken sowie durch ihre Besucher geprägt wird. Britische Besucher zieht es aus denselben Gründen nach Palma, jedoch eher in den westlichen Teil der Bucht, nach Magaluf.

Ein weiteres beliebtes Touristenziel ist das im Südwesten gelegene Paguera. Grund sind die langen, gut gepflegten Sandstrände und die schöne Strandpromenade, an der man bei einem guten Essen den Blick aufs Meer genießen kann. An der Hauptstraße gibt es zudem alles, was das Urlauberherz begehrt: Boutiquen, Souvenirläden, Bars, Spielotheken und vieles mehr.

Wer die Ruhe und Ursprünglichkeit der Insel sucht, für den finden sich vor allem im Inselinneren viele charmante und teilweise noch sehr idyllische Städtchen und Dörfer wie Valldemosa, Deià und Banyalbufar.

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Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele

Mallorca beherbergt einige historische Stätten und Naturspektakel, die man bei einem Urlaub auf der Baleareninsel nicht verpassen sollte.

Die wohl imposanteste Sehenswürdigkeit ist die Kathedrale der Heiligen Maria, auch La Seu genannt, welche in der Inselhauptstadt Palma über dem Meer thront und schon von Weitem sichtbar ist. Trotz der Grundsteinlegung im Jahr 1230 dauerte ihre Fertigstellung bis ins 20. Jahrhundert an und sie gilt als eines der wichtigsten gotischen Bauwerke weltweit. Ein Besuch im Inneren des 110 Meter langem Hauptschiffes lohnt sich. Die künstlerisch gestaltete Fenster-Rose wirft ein bezauberndes Lichtspiel in den Raum, während ein Leuchter von Gaudí den Altar erhellt.

Der botanische Garten Botanicactus gehört zu den größten Europas und präsentiert auf seinem riesigen Areal rund 12.000 Kaktusarten von über 400 verschiedenen Spezies. Zudem gibt es einen künstlich angelegten See und eine Präsentation heimischer Flora und Fauna.

Das Cap Formentor ist eine stark besuchte Halbinsel, die im Norden der Insel etwa 15 Kilometer ins Meer ragt. Eine Straße führt über die schmale, schroffe Landschaft und verschiedene Aussichtspunkte bieten die Gelegenheit für einmalige Anblicke und beeindruckende Fotos. Am Ende des Caps befindet sich ein Leuchtturm, der ebenfalls ein sehr malerisches Motiv abgibt.   

Ein Highlight Mallorcas sind die Drach-Höhlen an der Ostküste. Das Höhlensystem erstreckt sich auf etwa 1200 Länge und 25 Metern Tiefe. Die Besonderheit daran ist aber der See Lago Martel, welcher der größte unterirdische See Europas ist. Es wird zwar keine offizielle Führung angeboten, jedoch kann man eine Tour in einem beleuchteten Boot machen. Bei dieser wird sogar Live-Musik gespielt, um die besondere Akustik der Höhle zu demonstrieren. Der Eintritt ist kostenpflichtig und erfolgt über festgelegte Besuchszeiten, da immer nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern das Höhlensystem betreten darf.   

Sonne, Strand und Badeurlaub

Von den über 500 Kilometern Küste der Insel Mallorca sind fast 50 Kilometer Strände. Die Palette reicht von langgezogenen, weißen Sandstränden mit viel Trubel bis hin zu kleinen, versteckten Buchten mit glasklarem Wasser. Vom pulsierenden Massentourismus bis hin zum ruhigen FKK-Paradies.

Der bekannteste unter ihnen ist sicherlich der 6 Kilometer lange Strand Platja de Palma der Inselhauptstadt. Wer typischen Mallorca-Urlaub mit pulsierendem Strandleben und Ballermann-Flair erleben möchte, ist hier richtig. Unzählige Cafés, Restaurants, Bars, Diskotheken, Sanitäranlagen und Geschäfte reihen sich an den Strand, damit die ausgelassene Stimmung niemals nachlässt. Zudem gibt es viele Angebote für Wassersport und Ausflüge in die Umgebung.  

Das Naturschutzgebiet rund um den Strand Cala Mondragó im Südosten Mallorcas ist hingegen ein Insider-Tipp und bis jetzt vom Massentourismus verschont geblieben. Dennoch kann man hier Annehmlichkeiten wie Sonnenliegen genießen und sich in der Bar ein kühles Getränk gönnen. Sollten es im Hochsommer doch einmal zu viele Strandbesucher sein, so kann man jederzeit mit einem schönen Spaziergang zu den angrenzenden Buchten ausweichen.

Die 200 Meter breite Bucht Cala Torta im Nordosten ist sogar noch ruhiger und eine der schönsten der Insel. Das Wasser fällt relativ schnell tief ab und Parkmöglichkeiten sind begrenzt, sodass sich hier oft eher Individualurlauber und Einheimische der Sonnenseite des Lebens zuwenden. FKK Badegäste werden geduldet und im Hochsommer kann man an einer kleinen Strandbar Erfrischungen erstehen.

Neben diesen gibt es noch viele weitere der über 200 Strände und Buchten Mallorcas zu entdecken. Denn soviel ist sicher: Mallorca bietet viel mehr als nur den Ballermann.

Hotels und Ferienwohnungen

Das Spektrum der angebotenen Unterkünfte auf Mallorca ist breit: von der luxuriösen Suite im 5-Sterne Superior-Hotel bis hin zu einfachen Herbergen und Hostels, die man besser nur zum Schlafen aufsucht. Allein die über 1600 Hotels bieten über 350.000 gemeldete Hotelbetten, wobei man jedoch von einer sehr hohen Dunkelziffer nicht gemeldeter Betten ausgeht. Zudem können Individualurlauber aus einer Vielzahl an Ferienapartments, Apart-Hotels und zu mietenden Fincas in den ländlichen Gegenden wählen.  

Entsprechend unterschiedlich sind auch die Übernachtungspreise auf der Insel, wobei die Inselregion und die Reisesaison entscheidende Faktoren sind. In der Hochsaison liegt der durchschnittliche Übernachtungspreis für ein Doppelzimmer in einem Hotel bei 172€ pro Nacht. Die Preise von 3-Sterne Hotels starten dabei bei 120€, während die gehobenen 5-Sterne-Hotels ab 340€ pro Nacht verbuchen. Hingegen kann man mit etwas Glück zur selben Zeit in einem einfachen Hostel Niedrigpreise von bis zu 40€ pro Nacht finden.

Die Qualitätsstandards der Unterkünfte entsprechen den europäischen Bedingungen, jedoch gilt in den Hotels auf Mallorca oftmals der Grundsatz: wer an der Unterkunft spart, spart meist auch an Service und Qualität. Einfache Ferienwohnungen oder liebevoll geführte Herbergen können deshalb eine Alternative sein, die von Urlaubern mit kleinerem Budget nicht vergessen werden sollte.  

Die beste Reisezeit

Auf Mallorca herrscht ein angenehmes Mittelmeerklima mit durchschnittlich 7,9 Sonnenstunden am Tag. Die Sommermonate sind sehr warm und trocken bei Temperaturen um die 30ºC, wobei aber vor allem im Zentrum der Insel ab und an Tage mit über 40ºC vorkommen können. Das Meerwasser heizt sich vor allem in den Monaten August und September auf seine Höchsttemperatur von 24ºC auf. Der Winter ist auf Mallorca verhältnismäßig kurz sowie mild und feucht. Schneefall ist zwar sogar auf der gesamten Insel möglich, jedoch bleibt es bei Durchschnittstemperaturen von 10ºC meist bei etwas Schnee in den höher gelegenen Inselgebieten. Ein Höhepunkt der Wintermonate ist die Blüte der vielen Mandelbäume auf Mallorca, welche in der Regel ab Ende Januar einsetzt.  

Als die schönsten Jahreszeiten für das Entdecken der wunderschönen Natur der Insel gelten Frühling und Herbst. In diesen Phasen ist die Insel durch eine höhere Niederschlagsrate wesentlich grüner als im Sommer. Zwar kann es gerade im regenreichen Oktober auch einmal zu Unwettern kommen, diese halten aber in der Regel nicht lange an. Mit etwas Glück kann man Temperaturen um angenehme 20ºC genießen.

Wer allerdings für seinen Urlaub die perfekte Kombination aus Sonne, Strand und Meer sucht, der ist mit den warmen Sommermonaten von Mai bis September gut beraten. Hochsaison für Badeurlauber sind dabei der Juli und August.

Langzeiturlauber, die den kälteren Temperaturen in Nordeuropa entfliehen wollen, schätzen Mallorca für seine milden Wintermonate. Allerdings konnte man gerade in den letzten vergangenen Jahren eine stärkere Tendenz zu ungewöhnlich kalten Temperaturen und  Schneefall beobachten, weshalb man für einen Urlaub in dieser Jahreszeit zuvor die aktuelle Wetterlage studieren sollte.



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